English is fun!

Seit dem Schuljahr 2008/09 wird Englisch bereits ab der ersten Klasse unterrichtet einsetzend mit zwei Wochenstunden im zweiten Halbjahr. Die Kinder aus jeweils zwei Partnerklassen werden von einer Englisch-Fachkraft gemeinsam unterrichtet. Ab August 2010 wird teilweise aber auch in Englisch jahrgangsübergreifend gearbeitet, d. h. dass die Kinder einer Lerngruppe 1/2 in Englisch von Anfang an zusammen unterrichtet werden. Zu Beginn des Schuljahres gibt es dann eine lange Wiederholungsphase, in welcher die neuen Einerkinder den grundlegenden Wortschatz aus den Bereichen: Zahlen, Farben, Schule erwerben. Die weiteren Themen werden in einen Zweijahresrythmus eingeteilt, damit sich möglichst wenig wiederholt. In den ersten zwei Jahren wird den Kindern in spielerischer Form, mit viel Gesang und Bewegung ein unbefangener Zugang zu der Fremdsprache ermöglicht. Von Anfang an findet der Englischunterricht weitgehend in der Fremdsprache statt.

Im oberen Gebäude steht uns ein Englisch-Fachraum, der vorwiegend von den dritten und vierten Klassen genutzt wird, zur Verfügung. Dieser Raum ist landeskundlich dekoriert und mit den notwendigen elektronischen Medien ausgestattet, so dass vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bestehen und eine passende Lernumgebung geschaffen wurde. Es finden sich hier ein Video- und DVD-Player, ein Fernsehgerät, ein Kassettenrekorder, ein CD-Player sowie ein Tageslichtprojektor. Aber auch im unteren Gebäude könnten die gleichen Medien eingesetzt werden.
Da die Kinder im Grundschulalter eine natürliche Motivation für das Sprachenlernen zeigen, ihnen das Gefühl für eine richtige Aussprache leicht zu vermitteln ist und nur eine geringe Sprechangst bzw. Angst vor Fehlern vorherrscht, öffnet der Englischunterricht in der Grundschule die Tür zur Mehrsprachigkeit. Dabei kommt den Kindern ihre natürliche Neugier auf die Menschen und das Leben in anderen Ländern zugute, und wir fördern durch den Englischunterricht die Entwicklung einer positiven und weltoffenen Einstellung zu anderen Kulturen.
Hören/Verstehen und Sprechen haben im Englischunterricht in den Klassen 1 und 2 den absoluten Vorrang, aber auch das Lesen im Sinne von „Wiedererkennen“ der gelernten Wörter spielt ab der zweiten Klasse eine gewisse Rolle. Schreiben sollen die Kinder allerdings in der zweiten Klasse erst sehr eingeschränkt und auch später nur nach schriftlichen Vorgaben, also nicht auswendig. Im dritten und vierten Schuljahr wird Lesen und Schreiben einen größeren Stellenwert bekommen. So sollen die Kinder am Ende der vierten Klasse schließlich in der Lage sein, nach Mustertexten selbst kleine Texte zu verfassen.
Die Kinder lernen Wörter und Strukturen der englischen Sprache in spielerischer, anschaulicher und ganzheitlicher Form in möglichst lebensnahen, altersgerechten Situationen.
Als oberstes Prinzip gilt das „Sprachbad“ , in das die Kinder eintauchen sollen. Die Lehrkraft spricht möglichst viel Englisch und die Kinder sollen sich einhören, sich Inhalte selbst erschließen, ähnlich einer realen Sprachlernsituation in einem fremden Land.
„Storytelling“ spielt außerdem eine ganz besondere, übergeordnete Rolle im frühen Englischunterricht. Dabei müssen die Kinder nicht jedes Wort verstehen, sondern sollen sich den Zusammenhang erschließen. Meist geschieht dies mit Hilfe von Mimik, Gestik, Bildern oder anderen visuellen Hilfen. Durch ständige Wiederholung werden der erworbene Wortschatz und die gelernten Strukturen geübt und gefestigt, gleichzeitig sollen sich sprachliche Gesetzmäßigkeiten eher unbewusst einprägen. Action Stories, nachgespielte Geschichten, Rollenspiele und Lieder lassen die Kinder unbefangen in der neuen Sprache agieren.
Ein handelnder Umgang mit der Fremdsprache erfordert den Einsatz kreativer und musischer Elemente: Lieder, Raps, Reime, Geschichten, Rollenspiele, Tänze, Spiele, Basteln und Malen sind Hauptbestandteile des Englischunterrichts an der Grundschule.
Dabei werden die unterschiedlichsten Medien eingesetzt: z. B. Pupils Book, Activity Book, Videos, CDs, Kassetten, englische Bilderbücher, große Bildkarten, Fotos und anderes authentisches Bildmaterial, Handpuppen und andere Requisiten, reale Alltagsgegenstände, Bild- und Wortkärtchen, Brettspiele, Kartenspiele und Computerprogramme.
Im eigenen kreativen und musischen Umgang mit der Sprache erwerben die Kinder bereits in der Grundschule einen recht umfangreichen Wortschatz und eine bemerkenswerte kommunikative Kompetenz. Das Hörverstehen wird zum Ende des 4. Schuljahres schon ganz gut ausgeprägt sein. So werden die Kinder in der Regel in der Lage sein, von Beginn der Klasse 5 an dem einsprachigen Unterricht an der weiterführenden Schule ohne Schwierigkeiten zu folgen. Sie haben außerdem in der Grundschule ein gewisses „Gefühl“ für die Sprache entwickelt, also eine weitgehend richtige Aussprache und Intonation spielerisch eingeübt. Viele kleine Wörter werden sie bereits selbstständig schreiben können. Das Verfassen von zusammenhängenden kurzen Texten gelingt ihnen mit Vorlagen, die ihnen wichtige Strukturen vorgeben.
Wir haben schließlich festgestellt, dass die Motivation zum weiteren Sprachenlernen auch zu Beginn des 5. Schuljahres noch recht hoch ist und die Englisch-Lehrkräfte der weiterführenden Schulen ausbaufähige Grundlagen bei den Kindern vorfinden.

Nach Maßgabe der neuesten Richtlinien ist Englisch ein Hauptfach und somit versetzungswirksam. Ab der dritten Klasse werden jetzt auch kleinere Tests (etwa 3 bis 4 pro Halbjahr) geschrieben. Die Tests werden anhand der erreichten Punktzahl bewertet und nicht mit Zensuren versehen. Die Ergebnisse der Tests fließen in die Benotung ein, das Hauptaugenmerk bez. der Gesamtzensur liegt jedoch weiterhin auf dem mündlichen Schwerpunkt.

(Annette Kaminski, Fachschaft Englisch)